Animal Crossing Wild World Review

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Keine Handlung. Keine Gegner. Kein Ziel. Keine Waffen. Keine Magie. Keine Kämpfe. Keine unvorhersehbaren Storywendungen.

Kann so etwas ein funktionierendes und -vor allem - spaßiges Spiel sein? Kann ein Spiel, das dem Spieler keinerlei Motivation in Form einer Handlung gibt, Spaß machen und einen längere Zeit bei der Stange halten? Die normale Antwort darauf wäre mit Sicherheit "Nein!". Ein normales Spiel kann das nicht - aber "Animal Crossing: Wild World" für den Nintendo DS, erschienen am 31. März 2006, kann das. Animal Crossing: Wild World bietet nichts weiter als das pure virtuelle Leben mit einigen Einschränkungen. Zwar nicht immer in der absolut realistischen Form (Essen, Trinken und Schlafen sind nicht erforderlich) aber in einer sehr unterhaltsamen Art und Weise.

Worum geht es?

Ihr zieht ein in ein kleines Dorf: Der Name ist von euch ebenso frei bestimmbar wie eure Charaktereigenschaften. Das Dorf, in das ihr einzieht, wird bei jedem Spieler anders aussehen, es gibt schlicht und einfach keine vorprogrammierten Spielabläufe oder Ansiedlungen. Jedes Dorf ist anders, jedes Dorf hat andere Nachbarn, ein anderes Feeling. Nur ein paar Hauptelemente werdet ihr überall wiederfinden z.B. das Rathaus, die Schneiderei, Nooks Laden oder das Museum.

Was gibt es zu tun?

Die Liste ist lang: Von morgens bis abends könnt ihr euch irgendwie in eurer kleinen virtuellen Heimat beschäftigen. Ihr sucht Fossilien, pflanzt Blumen zur Verschönerung, schüttelt an Bäumen, angelt nach Fischen, plaudert mit euren Nachbarn und erledigt kleine Aufträge für sie, lasst euch auf kleine Wettbewerbe mit euren Freunden ein, schreibt ihnen Briefe, fangt Insekten, richtet euer Haus ein, verkauft Fische, Insekten und alles, was ihr nicht mehr braucht, bei eurem Händler Tom Nook, kleidet euch angemessen ein, gestaltet Gesichter von euren Mitbewohnern, komponiert eine Stadtmelodie, entwerft ein Symbol für eure Stadt, zahlt Kredite ab und das war noch lange nicht alles...

Multiplayer

Eines der wichtigsten und gehaltvollsten Elemente in Animal Crossing: Wild World für den Nintendo DS ist der Multiplayermodus. Ihr könnt entweder auf die herkömmliche, lokale Variante über die drahtlose Verbindung euer Dorf verlassen oder Leute in eurem Dorf empfangen oder aber ihr nutzt die kostenlose Nintendo Wi-Fi Connection. Dieser Onlinemodus ist nicht nur mit das am besten Gelungene am Spiel, sondern auch der beste bisher spielbare Onlinemodus für ein Spiel für den Nintendo DS. Eure Freundeliste fasst 40 Leute. Genug, um eigentlich immer jemanden zum Spielen da zu haben. Lästig stoßen nur auch dieses Mal wieder die Freundecodes auf, die erst einmal mühsam ergattert und dann auch noch langwierig eingetippt werden müssen. Ihr könnt ein Dorf besuchen und dort seine eigenen Eigenschaften sehen, die ihr in eurem Dorf vergeblich suchen werdet. So gibt es zum Beispiel viele verschiedene Obstsorten: Äpfel, Birnen, Kirschen, Pfirsiche, Orangen. In eurem Dorf wächst aber standardmäßig von Spielbeginn an nur eine Sorte. So könnt ihr dann aus dem anderen Dorf ein paar Früchte mitnehmen und damit euer eigenes Dorf bereichern. "Importierte" Früchte bringen beim Verkauf auch mehr Sternis, die Währung im Spiel. Darüber hinaus besteht noch eine Chatfunktion, mit der ihr kleine Nachrichten schreiben könnt.

Warum Animal Crossing?

Animal Crossing: Wild World ist kein Spiel, das man unter Leistungsdruck spielt. Es ist einfach nur spaßig zu sehen, wie das Leben in dem kleinen Dorf seinen Gang geht und wie sich alles um den Spieler herum stetig verändert - Bewohner ziehen ein, ziehen aus, haben ihre eigenen Problemchen, feiern Feiertage. Ein genialer Vorteil zur GameCube-Version von Animal Crossing. Man hat jetzt endlich eine Motivation, die Lebenssimulation der anderen Art zu spielen. Wo man sich auf dem Würfel manchmal noch gefragt hat: "Warum mache ich den ganzen Mist hier eigentlich?", sagt man sich auf der DS Version jetzt als Antwort: Damit etwaige Besucher, die mein Dorf übers Internet besuchen kommen, mich beneiden und es toll finden.

Der technische Aspekt

Technisch gesehen bewegt sich das Spiel auch auf einem sehr soliden Niveau. Die Grafik ist gut, und besonders die Ansicht und das Gefühl, immer auf einem kleinen Planeten zu laufen, gefällt sehr gut. Der Ton jedoch ist manchmal unerträglich und ganz schräg. Überwiegend gibt es aber Stücke, die gut zu dem Spiel passen und nicht nerven! Notfalls komponiert man sich halt seine eigenen Melodien im Rathaus.

Pro und Contra

Gut ist, dass Animal Crossing einfach einzigartig ist. Man kann es mit keinem anderen Genre vergleichen. Lebenssimulation ist eigentlich ein passender Name. Ihr denkt sofort an "Die Sims" von ElectronicArts? Zurecht, denn auch dieses Spiel schimpft sich Lebenssimulation, allerdings ist es in fast jedem Punkt verschieden. Im Gegensatz zu Animal Crossing ist der Spieler nicht frei. Er ist gefangen in seinem Haus und ist an menschliche Bedürfnisse gefesselt. Nicht so bei Animal Crossing. Man ist wirklich vollkommen frei, ist nicht gebunden an solche Sachen wie Harndrang oder Müdigkeit und das macht das Spiel um einiges stressärmer. Nicht so toll ist der Titel für Leute, die einfach nicht diszipliniert genug sind, sich auf ein Spiel wie AC einzulassen. Wer nicht das Durchhaltevermögen besitzt, einfach einmal am Tag in das Spiel reinzugucken, und sich dann fesseln zu lassen von den vielen Sachen, die neu passiert sind, der wird nicht viel hiermit anfangen können.

Screenshots

Auswertung

Technik (umfasst Grafik und Sound): 8.0 von 10
Gameplay: 9.0 von 10
Steuerung: 8.5 von 10

Spielspaß: 89%

Fazit

Meiner Meinung nach bis jetzt das am besten gelungene Spiel auf dem Nintendo DS. Der Singleplayer ist um einiges stressärmer als zum Beispiel der von Metroid Prime Hunters (obwohl man diese Spiele natürlich nicht direkt miteinander vergleichen kann) und das Spielprinzip ist bis jetzt nicht nur einzigartig auf dem DS sondern (abgesehen von der Cubeversion) einzigartig auf der Welt.

Update

Mai 2007, die Meinung des Autors kann sich in der Zwischenzeit geändert haben und das Spiel könnte bei ihm in der Ecke liegen, weil es doch nicht so langanhaltend fesselnd ist, wie er damals noch gemeint hat. Allerdings könnte er es auch ab und zu einmal wieder aus dem regal herausholen und sich in die Wilde Welt ziehen lassen, um zu sehen, was während seiner Abwesenheit alles Spannendes passiert ist.


Review by alter Weiser, vom 06.05.06