Contra 4 Review

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Come get some

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Die Weihnachtszeit rückt immer näher und mit ihr natürlich auch die ewige Frage nach den richtigen Geschenken. Auf der Suche durch die Kaufhäuser dieser Welt bleibt man natürlich auch bei den Spielen für Nintendos Doppelbildschirm stehen. Ein kurzer Blick über das reichhaltige Angebot lässt einige „Core Gamer“ einen kalten Schauer über den Rücken laufen und das nicht aufgrund zu niedriger Temperaturen. Ob „Hanna Montana“, „Mein Gestüt“ oder „Sophies Freunde“, die Casual Games nehmen scheinbar jeden Winkel des Regals ein und strahlen einen mit ihrem simplen Gameplay und der knalligen Optik an.
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Wagt man nun einen Blick über den Tellerrand und schaut gen West Richtung Amerika so wird man ein Spiel entdecken welches für Casual Gamer pures Gift darstellen dürfte. Die Rede ist natürlich von der Mutter des „Run and Gun “ Genres, Contra 4. „Run and Gun“ stellt dabei eine Mischung aus „Jump and Run“ und „Sidecroller“ wie z.B. Gradius da. Vor genau 20 Jahren feierte Contra 1 als Arcade Maschine sein Debüt, wenig später auch als Konsolenversion für den NES und bestach durch genaue Steuerung, geniales Leveldesign und einem sehr fordernden Schwierigkeitsgrad. Das Spielprinzip ist dabei so banal wie genial. Man läuft durch das Level und schiesst auf alles was sich bewegt. Das knifflige daran ist das fehlen einer Lebensanzeige. Ein Treffer durch den Gegner, ein falscher Sprung in die Tiefe und man verliert ein Leben und diese sind sehr spärlich gesät.

Für alle die sagen „Das Spiel kenn ich doch“ aber mit dem Namen nichts anfangen können sei gesagt das In Europa Contra unter dem Namen „Probotector“ veröffentlicht und die Protagonisten sowie menschlichen Gegner durch Roboter ersetzt wurden.

Twenty years later…

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Die Contra Serie hat so einige Höhen und Tiefen erlebt. Denn neben den exzellenten Haupteilen „Super C“, der Nachfolger von Contra auf dem NES sowie „Contra III: The Alien Wars“ für den SNES kamen zusätzlich viele Contra Spiele auf den Markt die zum größten Teil bis auf den Namen recht wenig mit Contra zu tun hatten. Teil 4 ignoriert diese weniger rühmlichen Teile und ordnet sich story- sowie gameplaytechnisch direkt hinter Contra 3 an, wobei man sagen muss das es bei diesem Spiel noch nie eine epische Story gab sondern diese eher als Mittel zum Zweck angesehen werden kann. Der Vollständigkeit halber in aller Kürze: Die Story setzt 2 Jahre nach den Geschehnissen des dritten Teils an. Red Falcon, der Oberbösewicht aus Teil 3 wurde besiegt doch der Krieg ist noch nicht vorbei denn eine weitere Alien Invasion unter Führung der „Black Viper“, ein weiteres hässliches schleimiges Alien, will die Menschheit vernichten. Natürlich können dies nur unsere Contra Helden verhindern. Nach dem kurzen Intro geht es auch schon los. Ihr habt die Wahl aus 3 unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden, bestehend aus „Leicht“, „Mittel“ sowie „Schwer“. Als Contra Kenner kann man diese schlicht mit „Fordernd“, „Sehr schwer “ und „unmöglich“ betiteln denn wie bereits erwähnt wurde Contra unter anderem durch seinen Schwierigkeitsgrad bekannt. Wählt man den leichtesten Schwierigkeitsgrad so wird man mit 9 Leben sowie vollen Waffen Upgrades beschenkt ebenso mit weniger Gegner welche langsam schießen. Diese Hilfen wurden eingebaut um den Spieleinstieg für Anfänger zu erleichtern doch sei an dieser Stelle gesagt das hier Einsteiger anfangs trotzdem auf Granit beißen werden. Um das Spiel wirklich komplett durchzuspielen müsst ihr allerdings mindestens auf Normal spielen denn ansonsten gehen die letzten beiden Level sowie der wahre Endgegner an euch vorbei.

Aus alt mach alt

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Im ersten Level angekommen fühlt man sich als langjähriger Zocker sofort in die gute alte Zeit zurückversetzt. Details über Grafik und Steuerung werden später erwähnt allerdings möchte ich an dieser Stelle bereits erwähnen das Contra 4 100% „oldschool“ ist. Man möge mir dieses Unwort verzeihen jedoch kann man es besser nicht beschreiben denn dieses Spiel ist in allen Bereichen ein waschechtes Contra. Bis auf den Einsatz des Doppelbildschirms und ein nützliches neues Tool, dem Enterhaken, gibt es keinerlei nennenswerte Verränderungen zu den Vorgängern. Hier setzt auch ein kleiner Kritikpunkt an, denn teilweise kommt einem manches sehr bekannt vor. Sowohl die Level als auch die Gegner, beispielsweise der Endgegner aus Level 1 welcher stark an den Endgegner aus Contra 1 erinnert. So hat man manchmal das Gefühl eher ein Remake aus den alten Teilen zu spielen als einen neuen Contra Teil. Nichtsdestotrotz gibt es natürlich auch neue Spielelemente, gerade durch den Einsatz des Enterhakens. Dieser kann jederzeit per Knopfdruck aktiviert werden und lässt einen schnell unerreichbare Orte erklimmen. Der Einsatz beider Screens für das Spielgeschehen macht den Einsatz dieses Werkzeuges mehr als essentiell. Des Weiteren könnt ihr wie in Contra 3 zwei verschiedene Waffentypen aufsammeln und jederzeit im Spiel zwischen diesen wechseln. Stirbt man nun verliert man die aktuelle Waffe, hat man allerdings noch eine zweite in Reserve gehabt so ist diese weiterhin verwendbar.

Features so weit das Auge reicht

Spielt ihr Contra auf einem beliebigen Schwierigkeitsgrad durch zeigt das Spiel was wirklich in ihm steckt und das ist eine ganze Menge. Zu Beginn ist lediglich der Arcade Modus anwählbar sowie das Museum wo ihr euch anhand einer kurzen Beschreibung sowie einigen Screenshots über alle vergangenen Contra Teile informieren könnt. Beendet ihr aber den Arcade Modus so schaltet ihr einen neuen Eintrag im Hauptmenü frei mit den Namen „Challenges“. Hinter diesen Begriff verbergen sich 40 neue Herausforderungen welche wie folgt funktionieren: Man spielt einen Abschnitt aus den Leveln des Hauptspiels und bekommt bestimmte Aufgaben. Diese variieren sehr stark. Mal müsst ihr den Abschnitt beenden ohne eine Waffe zu besitzen, ein Aiming von 100% haben oder eine neue Prototyp-Waffe testen welche nicht im Hauptspiel enthalten ist. Anfangs sind 5 Herausforderungen frei anwählbar. Sobald ihr eine Mission erfolgreich abgeschlossen habt schaltet ihr die nächste frei. Die Missionen wurden sehr abwechslungsreich gehalten und motivieren zum weiterspielen denn mit ihnen schaltet man die diversen Extras des Spiels frei. Um euch die Vorfreude nicht zu nehmen werde ich hier jetzt natürlich nicht alles auflisten aber freut euch unter anderem auf zusätzliche Charaktere, Promo Comics sowie exklusive Interviews. Relativ früh werden auch zwei Extras freigeschaltet welche ich einfach erwähnen muss denn sie sind für einen Contra Fan sicherlich ein zusätzlicher Kaufgrund. Sowohl das Original Contra für den NES als auch der Nachfolger Super C sind als freispielbares Extra enthalten. Spätestens zu diesem Zeitpunkt sprengt Contra den Rahmen an Features und lässt so einige Spiele in diesem Bereich alt aussehen.

Steuerung

Die Steuerung wurde klassisch gehalten denn außer im Hauptmenü findet der Touchscreen keinerlei Verwendung. Contra typisch geht diese sehr leicht von der Hand und reagiert exakt und ohne Verzögerung auf die Eingabe was bei diesem Spiel natürlich sehr wichtig ist. Ihr zielt und bewegt euch mit dem Digitalpad und benutzt zwei weitere Tasten zum springen und schießen. Ansonsten kommt noch die Schultertaste zum switchen der Waffen zum Einsatz.

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Grafik

Auch hier hat sich seit Contra 3 nicht viel getan. Ob das jetzt positiv oder negativ ist muss jeder für sich entscheiden jedoch kann man nicht abstreiten das sich die Entwickler verdammt viel Mühe gegeben haben und sehr detailverliebte Welten erschaffen haben. Sei es sich spiegelndes Wasser, gewaltige Explosionen oder ein aufwendig gestalteter Obermotz, trotz angestaubten Retro Look macht das Spiel auf den zweiten Blick einiges her.

Sound

Der Sound orientiert sich ganz klar an den Wurzeln des Spiels. Man darf hier keine epischen Klänge oder ausgeklügelte Sprachausgabe erwarten sondern klassische Schussgeräusche sowie einige One Liner der Protagonisten nach ihrem Ableben welche eine gewisse Ähnlichkeit mit den Sprüchen des Dukes aufweisen. Die Musik ist gewohnt schnell und gitarrenlastig, passend zum rasanten Gameplay. Ein kleiner Wermutstropfen: Um in den Genuss der genialen Remix Versionen des Original Titels zu kommen müsst ihr das Spiel auf Schwer spielen.

Features

Bei den Features kann Contra massig Punkten. Neben dem sofort anwählbaren Museum welcher die Geschichte von Contra in Texten und Bildern beschreibt gibt es nach einmaligem durchspielen einen neuen Modus namens „Challenges“ wo ihr 40 neue Missionen erhaltet welche nach erfolgreichem absolvieren diverse Extras wie Interviews, Comics und Charaktere freischalten. Darüber hinaus gibt es das Original Contra sowie der Nachfolger Super C oben drauf. Ihr erhaltet also zwei komplette Spiele als Bonus. Sehr vorbildlich.

Fazit

15 Jahre nach dem dritten Contra Teil für den Super Nintendo bekommen die Fans endlich ihren echten Nachfolger und dieser kann sich wirklich sehen lassen. Nach einigen spielerischen Gurken verleiht dieser Teil der Serie wieder zu neuem Glanz. Als Kenner der früheren Teile fühlt man sich sofort zu Hause denn bis auf den Enterhaken wird auf alte Tugenden gesetzt: Schnelles ballern, vertikales sowie horizontales Scrolling, Pseudo 3D Level und eine wilde Fahrt mit einem Hoverbike sind nur einige Beispiele für das abwechslungsreiche Gameplay welches Contra 4 bietet. Hat man das Hauptspiel beendet so wird man mit 40 knackigen Challenges sowie den beiden Klassikern „Contra 1“ und „Super C“ belohnt welche die Spielzeit noch weiter anheben. Casual Gamer sollten allerdings einen weiten Bogen um dieses Spiel machen denn der Schwierigkeitsgrad ist gemessen an heutigen Spielen sehr hoch und frustrierend. Wenn ihr euch daran nicht stört erwartet euch eines der besten „Run and Gun“ Games überhaupt. Contra Fans schlagen sowieso zu.


  • Steuerung: 92%
  • Grafik: 83%
  • Sound: 73%
  • Spielspaß: 87%


Review by Nibbler, vom 22.12.07